Informationen für Behandler

PHA-TUC

Die Psychotherapeutische Hochschulambulanz TU Chemnitz GmbH (PHA-TUC) besitzt seit November 2018 die Versorgungsermächtigung zur vertragsärztlichen ambulanten Psychotherapie in Fachkunde Verhaltenstherapie nach § 117 Abs. 2 SGB-V. Mitgesellschafter sind der Inhaber der Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie (Prof. Stephan Mühlig) und die TUCed – An-Institut für Transfer und Weiterbildung GmbH an der Technischen Universität Chemnitz. Die TU Chemnitz ist über den Aufsichtsrat in der PHA-TUC GmbH vertreten. Die mit den Gesetzlichen Krankenversicherungen verhandelte Versorgungsermächtigung erstreckt sich auf das gesamte Alters- und Störungsspektrum sowie sämtliche Krankenversicherungen. Der Bereich der Kinder- und Jugendtherapie befindet sich noch im Aufbau und wird erst in Kürze angeboten.

An der PHA-TUC arbeiten in der Therapie ausschließlich approbierte Psychologische PsychotherapeutInnen bzw. Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen (keine AusbildungskandidatInnen oder Studierenden). Die PHA-TUC bietet die Verfahrensrichtung der Verhaltenstherapie mit deren Weiterentwicklungen (z.B. kognitive Verhaltenstherapie, Achtsamkeitsbasierte Psychotherapie, CBASP, Emotionsorientierte Psychotherapie) an. Die Psychotherapie erfolgt gemäß der Psychotherapierichtlinien sowie grundsätzlich störungsspezifisch und leitlinienorientiert. Es kommen in der Routinebehandlung ausschließlich evidenzbasierte Behandlungsmethoden zum Einsatz (mit Ausnahme von „ASK“-Fällen oder im Rahmen von Forschungsprojekten, s.u.). Die Therapie erfolgt im Einzel- oder Gruppensetting. Die PHA-TUC strebt an, den Anteil der Gruppenpsychotherapie zu erhöhen. Perspektivisch werden Therapievorbereitungskurse und Wartezeitüberbrückungsmaßnahmen aufgebaut.


Derzeit besteht noch keine Warteliste, so dass Patienten kurzfristig aufgenommen und unmittelbar versorgt werden können.


ASK-Fälle

In der Vereinbarung über die Patientengruppen in den Hochschulambulanzen gem. §117 Abs.1 Satz 3 + 4 SGB V zwischen GKV-Spitzenverband und Kassenärztlicher Bundesvereinigung sowie der deutschen Krankenhausgesellschaft wird eine Ergänzung der exklusiven Zweckbestimmung von Hochschulambulanzen um einen speziellen Indikationsbereich von Patienten mit besonders schwerwiegenden, komplexen oder schwierig zu therapierenden Störungen vorgenommen. In derartigen Sonderfällen werden Patienten mit ärztlicher Überweisung zeitnah aufgenommen, die wegen der Art, Schwere oder Komplexität ihrer Störung (ASK) einer spezialisierten Behandlung bedürfen. In diesen Fällen dürfen – im Gegensatz zur Niederlassungspraxis - auch zusätzliche als die in den Psychotherapierichtlinien festgelegten Psychotherapiemethoden oder -umsetzungen (Frequenz, Dauer, Länge) angewendet werden. In Ausnahmefällen ist zur Gewährleistung des Nahtlosigkeitsprinzips auch eine Direktüberweisung aus stationären Einrichtungen möglich.


Forschung und Lehre

In Psychotherapeutischen Hochschulambulanzen finden Aktivitäten zu Zwecken von Forschung und Lehre statt. Die PHA-TUC soll Studierenden der Psychologie an der TU Chemnitz praktische Einblicke in das Berufsfeld der ambulanten vertragsärztlichen Psychotherapie und die Anwendung klinisch-psychologischer Basiskompetenzen erlauben, indem ihnen der direkte Kontakt zu Patienten mit psychischen Störungen im naturalistischen Setting sowie die (beobachtende oder aktive) Beteiligung an deren Untersuchung, Diagnostik und Behandlung ermöglicht wird.


Forschungsprojekte

In der PHA-TUC werden zukünftig spezielle Forschungsprojekte mit bestimmten Patienten(-gruppen) durchgeführt werden, bspw. um die Wirksamkeit von Psychotherapiemethoden zu prüfen oder bestehende Behandlungsmethoden weiter zu entwickeln und zu verbessern. Die Forschungsaktivitäten der PHA-TUC beziehen sich auf das gesamte Spektrum der psychischen Störungen und die gesamte Bandbreite von Patienten aller Altersstufen, also sowohl auf die Psychotherapie erwachsener Patienten als auch der Kinder-Jugendlichen-Psychotherapie. In der PHA-TUC soll ein besonderes Augenmerk auf die Beforschung bislang nicht im Mittelpunkt stehender Störungen wie der Bipolaren Störung, den „Doppeldiagnosen“ mit verschiedenen Suchterkrankungen (inkl. der speziellen Crystal-Problematik) und Impulskontrollstörungen („Verhaltenssüchte“ wie Pathologisches Spielen, exzessiver Medienkonsum, Hypersexualität) den nicht-organischen (autonomen) Funktionsstörungen (Schlafstörung, sexuelle Funktionsstörungen), altersspezifischen Störungsformen, den psychischen Störungen im Kontext bzw. infolge schwerer organischer Grunderkrankungen sowie der Verhaltensstörungen im Erwachsenenalter (u.a. Störung der Sexualpräferenz) gelegt werden.


Spezialambulanzen

Es ist geplant, für einen Teil der betroffenen Risikogruppen mit Komplexbedarf sowie zu Zwecken intensivierter Forschungsaktivitäten sukzessive Spezialambulanzen als Substrukturen an der PHA-TUC aufzubauen. Derzeit erfolgt die Integration der bereits seit 10 Jahren existierenden Raucherambulanz Chemnitz (RAC) in die PHA-TUC. Im nächsten Schritt soll eine Spezialambulanz für Suchtpatienten mit Polysubstanzkonsum und psychischer Komorbidität („Doppeldiagnosen“) erfolgen, mit einem Schwerpunkt auf Crystal Meth und Neue Psychoaktive Substanzen. In Planung befindet sich eine Spezialisierung auf Alterspsychotherapie sowie auf Psychotherapie Bipolarer Störungen.