Informationen für Studierende

Einbeziehung von Psychologie-Studierenden an der TU Chemnitz und von Falldaten in die universitäre Lehre

Die PHA-TUC ermöglicht den Psychologie-Studierenden der TU Chemnitz einen unmittelbaren Praxisbezug bildet die Voraussetzung für die Einführung der Patientenorientierten Lehre (analog dem Medizinstudium) für das künftige Approbationsstudium Psychotherapie.

Die Hochschulambulanz erlaubt einen kontinuierlichen Rückbezug klinischer Praxistätigkeit und eigener klinischer Forschungsergebnisse in die universitären Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Fallseminare, Störungs- und Interventionsseminare). Bei vorliegender Patienteneinwilligung können pseudonymisierte schriftliche Patientendaten (ohne Namen oder personbezogene Informationen) für die Lehre verwendet werden, z.B. um Störungsbilder in Vorlesungen oder Seminaren der TU Chemnitz an konkreten Beispielen zu veranschaulichen. Einzelne Therapieaufnahmen dürfen für die Lehre verwendet werden, wenn der/die Betreffende dafür ausdrücklich seine schriftliche und zeitlich befristete Zustimmung erteilt. In Ausnahmefällen wird PatientInnen angeboten, in universitären Lehrveranstaltungen vor - verschwiegenheitsverpflichteten -Psychologie-Studierenden über ihre Erfahrungen mit ihrer Störung und deren Therapie persönlich zu berichten.

Die PHA-TUC soll Studierenden der Psychologie praktische Einblicke in das Berufsfeld der ambulanten vertragsärztlichen Psychotherapie und die Anwendung klinisch-psychologischer Basiskompetenzen ermöglichen. Zu diesem Zweck können Studierende Praktika und Hospitationen an der PHA-TUC absolvieren oder bei der Durchführung von Patientenbefragungen oder der Testdiagnostik mitwirken. Insbesondere können die Studierenden unmittelbar an der Diagnostik (Basisdokumentation, Testdiagnostik), der Konzipierung und Durchführung von innovativen Interventionskonzepten (Therapievorbereitung, Wartezeitüberbrückung, Psychoedukation, Begleit- und Nachsorgeangebote) und den vielfältigen Forschungsaktivitäten partizipieren. Dies schließt auch die Datenerhebung für Bachelor- und Master-Arbeiten, für Dissertationen oder Habilitationen ein. Außerdem besteht neben Praktika (Forschungs- und klinische Praktika) und Hospitationen auch die Möglichkeit von studentischen bzw. wissenschaftlichen Hilfskrafttätigkeiten im Rahmen der PHA-TUC.


Mitwirkung von Studierenden an Forschungsvorhaben

Psychologie-Studierende der TU Chemnitz können in klinischen Forschungsprojekten der PHA-TUC mitarbeiten. Einige exemplarische Forschungsthemen sind:

Risiko-Schutzfaktoren

Die in der PHA-TUC behandelten Patienten sollen störungsübergreifend hinsichtlich ihrer personellen Risikostruktur dokumentiert und nach diesen Merkmalen störungsvergleichend analysiert werden, um generische und spezifische Prädiktoren für Störungsverlauf und Therapierfolg abzuleiten.

Gesundheitsförderung

In diesem Kontext sollen insbesondere adjuvante therapiebegleitende Maßnahmen der auf die spezifische psychische Störung bezogene Gesundheitsförderung (Aktivität, Bewegung, Schlaf, Ernährung, Stressbewältigung, Rauchabstinenz, Drogenfreiheit etc.) und Alltagsbewältigung im randomisiert-kontrollierten Design im Hinblick auf mögliche add on-Effekte auf den Psychotherapieerfolg bei Synchrondurchführung untersucht werden.

„Selbstbehandlung“ mit Suchtmitteln

Ein Schwerpunkt der PHA-TUC soll auf dem bei vielen Psychotherapiepatienten vorliegenden Zusammenhang der Störungssymptomatik mit dem Gebrauch psychotroper Substanzen (Takak, Alkohol, Stimulanzien, Cannabis etc.) und „Verhaltenssüchten“ und dessen Auswirkungen auf Störungsverlauf und Therapieergebnis gelegt werden. Dies ist insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein herausragendes Problem, das im Rahmen der KJP adäquat behandelt werden soll.

Therapieprozessforschung

Im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung durchgeführte Psychotherapien an der PHA-TUC sollen zu Zwecken der internen Qualitätssicherung permanent prozessbegleitend dokumentiert und evaluiert werden. Dabei lassen sich verschiedene Fragestellungen zu Prozessvariablen der Psychotherapie im Routinebetrieb untersuchen. Für die wissenschaftliche Effektbeurteilung von Prozessmerkmalen (z.B. Dauer, Frequenz, Anzahl, zeitliche Anordnung von Behandlungseinheiten) ist eine systematische Variation im inter- und intraindividuellen Vergleich bzw. im Kontrollgruppenvergleich erforderlich.

Therapievorbereitungs-/Wartezeitgruppen

Bestimmte Elemente in der Psychotherapie spezifischer Störungen werden mit allen Patienten in Einzeltherapie in gleicher oder ähnlicher Weise durchgeführt. Dazu zählen vor allem die Inhalte der einleitenden Psychoedukation über den formalen, organisatorischen und inhaltlichen Ablauf der Psychotherapie sowie die Informationen über das jeweilige Störungsbild (Epidemiologie, Ätiologie, Prognose, Behandlungsmöglichkeiten und das vorgeschlagene Rational), die qualifizierte Einverständnis etc. In der PHA-TUC mit ausreichender Anzahl zugleich aufgenommener Patienten mit dem gleichen Störungsbild lässt sich ein großer Anteil der Psychoedukationselemente im Gruppensetting durchführen und damit wertvolle BE im Einzelsetting einsparen. Es soll empirisch geprüft werden, inwieweit eine solche Kombination praktikabel und verglichen mit dem Standardvorgehen wirksam ist.